
"Ich konnte nicht mehr" Gil Ofarim bricht sein Schweigen - mit kuriosen Statements
Hauptinhalt
20. März 2025, 16:41 Uhr
Panikattacken, Alkoholprobleme, psychiatrische Tagesklinik: Gil Ofarim hat zum ersten Mal über die Zeit nach dem Gerichtsprozess gesprochen. Im Interview mit RTL erzählt der 42-Jährige auch, warum er sich während des gesamten Prozesses nicht geäußert hat. Der Grund: Seine Anwälte hätten ihm dazu geraten. Das Ziel: Ofarim sollte sich nicht noch mehr angreifbar machen.
Erst ganz zum Schluss im Prozess fielen die entscheidenden Worte von Ofarim: "Die Vorwürfe treffen zu. Herr W., ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir leid." Damit war klar: Ofarim hatte gelogen, die Antisemitismus-Vorwürfe gegen den Hotelmitarbeiter W. hatte er erfunden.
Ofarim: Habe Schuld auf mich genommen
Nun aber präsentiert Ofarim möglicherweise eine andere Sicht auf die Dinge, denn im RTL-Interview sagt er auch: "Ich habe die Schuld auf mich genommen, um dem ein Ende zu setzen. Ich war nicht mehr fähig, weiterzumachen. [...] Es ging nicht mehr. Ich konnte nicht mehr."
Welche Rolle spielen Ofarims Anwälte?
Anwälte, die ihn angeblich drängen und ein Ende des Gerichtsprozesses nur, weil Ofarim keine Kraft mehr hatte? Schuld auf sich nehmen, ohne wirklich schuldig zu sein? Ernsthaft? "Ich habe wirklich gedacht, ich werde freigesprochen", erzählt Ofarim in der aktuellen Ausgabe des "Stern".
Seine Anwälte hätten aber auf ihn eingeredet, die entscheidenden Sätze zu sagen, damit das Verfahren gegen ihn eingestellt wird.
Wollte Ofarim den Prozess weiterführen?
Diese Lesart irritiert, denn ursprünglich dachten viele, dass Ofarim nach dem Gerichtsprozess tatsächlich so etwas wie Reue und Demut spüren würde. Nun aber eine alternative Variante der Leipzig-Geschichte. Ja, er hat sich vor Gericht entschuldigt und ja, Ofarim hat irgendwann die ihm auferlegte Geldstrafe von 10.000 Euro an die israelitische Gemeinde in Leipzig bezahlt.
Dennoch bleiben Fragen offen: Hätte Ofarim den Prozess gern noch länger geführt? Was, wenn ihm seine Anwälte nicht zum Geständnis überredet hätten?
Ofarim bezeichnet Video als Fehler
Immerhin: Ofarim sagt auch, das Video sei "der größte Fehler meines Lebens" gewesen. "Ich habe völlig unterschätzt, was das Video auslösen würde." Zu politischen Themen wolle er sich nicht mehr äußern. Auch das eine merkwürdige Schlussfolgerung, denn schließlich stand Ofarim ja nicht wegen politischer Äußerungen vor Gericht, sondern wegen Verleumdung.
Comeback Mitte April geplant
Am 17. April will Gil Ofarim in Bochum sein Comeback-Konzert geben. Es sei ihm gegönnt, denn in der deutschen Rechtssprechung hat jeder und jede eine zweite Chance verdient. Laut "Stern" läuft der Vorverkauf schleppend.
Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. März 2025 | 17:15 Uhr